Genderspezifische Auswirkungen von Kontext in Physik-Problemlösetests

Genderspezifische Auswirkungen von Kontext in Physik-Problemlösetests

Gigl, Florian, Löffler, Patrick, Pozas, Marcela & Kauertz, Alexander

Beitrag auf der GDCP-Jahrestagung 2016

Problemlösen wird in der schulischen Ausbildung als zentrales Anwendungsszenario von physikalischem Fachwissen in Nicht-Routineaufgaben gesehen. Hierbei wird eine in Kontext eingebettete Problemsituation von Lernenden bearbeitet, um ohne zur Verfügung stehende Routinemethoden einen Zielzustand zu erreichen. In einer Untersuchung zur Problemlösefähigkeit von N=211 Zehntklässlern an Gymnasien in Rheinland-Pfalz fand sich ein Einfluss des Geschlechts, der durch den Prädiktor Fachwissen moderiert wurde: Mädchen erbringen bei geringerem Fachwissen dieselbe Problemlöseleistung. Erste Untersuchungen zeigen, dass sich dieser Unterschied weder durch Teilfacetten der kognitiven Fähigkeiten noch durch unterschiedliche Fähigkeit zur Anwendung des Fachwissens erklären lässt. Dies legt die Vermutung nahe, dass es sich um einen motivierenden Effekt des Kontexts handeln könnte. Die längsschnittliche Erfassung der Motivation zeigt geschlechterspezifische Unterschiede im situationalen Interesse und in der Entwicklung von Selbstwirksamkeitserwartung und Herausforderung.

Referenz:

Gigl, Florian, Löffler, Patrick, Pozas, Marcela & Kauertz, Alexander (2017). Genderspezifische Auswirkungen von Kontext in Physik-Problemlösetests. In: C. Maurer (Hrsg.), Implementation fachdidaktischer Innovation im Spiegel von Forschung und Praxis. Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik, Jahrestagung in Zürich 2016. (S. 182). Universität Regensburg

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