Ankündigung zu den GDCP Tagungen 2020

Liebe Mitglieder der GDCP, liebe Kolleginnen und Kollegen,

um das Wesentliche vorwegzustellen: Der Vorstand der GDCP hat auf einer außerordentlichen Sitzung am 18.05.2020 beschlossen, die Jahrestagung vom 14. – 17. September sowie das diesjährige Doktorierendenkolloquium in Folge der Covid-19-Pandemie in Form von Online-Tagungen abzuhalten.

Wenngleich ich davon ausgehe, dass die Entscheidung, die Jahrestagung 2020 nicht in Präsenz stattfinden zu lassen, die meisten Mitglieder nicht überraschen dürfte – dies haben mir zahlreiche Gespräche signalisiert, die ich in den vergangenen Tagen geführt habe – so möchte ich dennoch die zentralen Beweggründe hierfür im Folgenden darlegen:

Zum einen zeichnet sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt ab, dass nicht allen Mitgliedern ein Zugang zu einer Präsenztagung ermöglicht werden könnte, sei es darin begründet, dass das zuständige Ministerium oder auch die jeweilige Universitätsleitung eine Dienstreisegenehmigung nicht erteilen würde, sei es darin begründet, dass auch wir in unserer Gesellschaft Mitglieder unter uns haben, die selber zur Risikogruppe gehören und denen aus medizinischen Gründen eine Teilnahme verwehrt würde. Zum anderen würde eine Präsenztagung unter Wahrung der geltenden Hygienestandards die logistischen Möglichkeiten nun wirklicher jeder Universität im Lande sprengen. Plenarvorträge sowie die Eröffnungsveranstaltung, bei der wir regelmäßig bis zu 400 Anwesende zu verzeichnen haben, müssten unter Einhaltung des Mindestabstandsgebots in „Hallen“ mit gut 3500 Sitzplätzen abgehalten werden. Ganz abgesehen davon, dass ein sozialer Austausch, kollegiale Fachgespräche, mit Mund-Nase-Schutz und eingehaltenem Mindestabstand kaum vorstellbar sind, von der Durchführbarkeit eines Konferenzdinners ganz zu schweigen.

Ganz ähnliche Beweggründe haben uns ebenso bewogen, in diesem Jahr von einem Doktorierendenkolloquium in Präsenz abzusehen. Die spezifische Struktur der Tagung würde es hier ebenfalls erfordern, unrealistisch große Seminarräume bereitzustellen.  

Auf der anderen Seite ist der Vorstand einvernehmlich der Ansicht, dass wir uns nicht kampflos einem Virus mit vergleichsweise primitivem Bauplan geschlagen geben wollen. Aktienunternehmen und politische Parteien haben in den vergangenen Tagen unter Beweis gestellt, dass derartige Angänge operativ prinzipiell durchführbar sind. Außer Frage steht freilich, dass die Qualität einer Online-Tagung nicht an die einer Präsenztagung heranreichen dürfte. Dennoch denken wir, dass es in diesen Zeiten ein gutes Zeichen ist, wenn das „Trotzdem“ lauter wird.

Gegenwärtig bemühen wir uns daher darum, die notwendige Infrastruktur für eine Online-Tagung zusammenstellen. Hierzu planen wir u. a. bei einem externen Dienstleister Ressourcen einzukaufen, die eine entsprechende Tagungswebsite, parallele Präsentationskanäle, die notwendige Struktur zur Durchführung von rechtssicheren Wahlen etc. bieten. Insofern, so hoffen wir, wird sich die äußere Erscheinung deutlich von den uns allen zurzeit begleitenden Videokonferenzen abheben. Dies bedeutet auch, dass wir für diese Tagung Tagungsgebühren erheben werden müssen, wenngleich in geringerer Höhe, als wir dies von unseren Präsenztagungen kennen. Aus diesem Grunde wären wir allen Mitgliedern ausgesprochen dankbar, wenn wir trotz des ungewohnten Formates vertraute Anmeldezahlen verzeichnen dürften! Wir gehen hiermit auch ein – kalkulierbares, wie wir finden – Risiko ein, das durch das Engagement der breiten Solidargemeinschaft leicht getragen werden kann.

Nähere Informationen zu den Anmeldemasken und den finden Sie auf folgenden Veranstaltungsseiten, die ab sofort freigeschaltet sind:

Anmeldung zur GDCP Jahrestagung 2020

Anmeldung zum GDCP Doktorierendenkolloquium 2020

Wir werden uns mit dem zweiten Rundbrief des Jahres noch ausführlich mit den besonderen Modalitäten und Spielregeln einer Online-Tagung befassen. Schon jetzt können wir mitteilen, dass es in diesem Jahr keine Workshops geben wird und die Posterausstellung mit keinem spezifischen Slot, sondern als Dauerausstellung, parallel zur den Vortragssträngen erreichbar sein wird. Uns ist ferner bewusst, dass wohl von niemandem erwarten werden kann, sich von morgens bis abends in Klausur mit seinem bzw. ihrem Monitor zu begeben. Wir möchten daher in diesem Jahr in besonderem Maße an alle potenziellen Referentinnen und Referenten appellieren, nur solche Beiträge für einen Vortrag einzureichen, die über nahezu abgeschlossene Projekte, ergebnisbasiert, berichten. Ferner möchten wir explizit Postdocs und Juniorprofessor*innen einladen, über Projekte des wissenschaftlichen Nachwuchses zu berichten. Eine dementsprechende Disziplin der Beitragseinreichung ermöglicht es uns, auf Slots zu verzichten, die bis in die frühen Abendstunden reichen. Wir hoffen sehr, dass diese Bitte die Anmeldezahlen nicht schmälert.

Ich möchte mich zu guter Letzt an dieser Stelle noch ausdrücklich bei der ursprünglich verantwortlichen örtlichen Tagungsleitung aus Aachen, bei Heidrun Heinke, Josef Riese und insbesondere bei Christian Salinga, für die bereits geleistete planerische Arbeit bedanken und gleichsam entschuldigen, dass diese Arbeit nun vergebens war. Vermeidlich. Denn, auch dies sei ausdrücklich betont, die bereits geleistete Organisationsarbeit zur Jahrestagung war von einer exzellenten Professionalität gekennzeichnet und ließ uns den Eindruck gewinnen, es wäre ein großer Fehler, die ÖTL Aachen so leicht „vom Haken“ zu lassen. Wir konnten die Aachener Kolleg*innen erfreulicherweise widerstandslos überzeugen, Aachen bereits jetzt für die Jahrestagung 2022 vorzumerken. Das freut mich sehr und auch hierfür vorab unser aller herzlicher Dank!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir suchen in diesen komplizierten Zeiten neue gangbare Wege und haben dies mit den Bergleuten gemein, deren Gruß genau aus diesem Grunde bekanntermaßen lautete:

Glück auf!

Ihr/ Euer Stefan Rumann
Prof. Dr. Stefan Rumann
Sprecher der GDCP